{"id":25,"date":"2010-06-07T10:41:27","date_gmt":"2010-06-07T09:41:27","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.bzvi.de\/?p=25"},"modified":"2013-12-24T10:41:53","modified_gmt":"2013-12-24T09:41:53","slug":"sind-wir-die-verursacher-der-finanzkrise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.bzvi.de\/?p=25","title":{"rendered":"Sind wir die Verursacher der Finanzkrise?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Oder sind wir doch blo\u00df die Opfer?<\/strong><\/p>\n<p>Als ich mir unl\u00e4ngst erneut diese Frage stellte, dachte ich an die Meldungen in den Medien, die immer von notleidenden Krediten sprachen, welche letzten Endes verantwortlich seien, und dass nat\u00fcrlich die Gier der Darlehensvermittler auf ihre Abschlussprovisionen und die mangelhafte Pr\u00fcfung der Darlehensgeber hinsichtlich der Bonit\u00e4t der Darlehenskunden ihren Teil dazu beigetragen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Das ist nat\u00fcrlich sachlich soweit zun\u00e4chst nicht falsch.\u00a0 Nat\u00fcrlich wissen wir auch mittlerweile alle, dass die ge\u00e4nderte Gesetzeslage, welche wir der Regierung Schr\u00f6der zu verdanken haben, es \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glicht hat, dass der Forderungsverkauf durch die Banken an Nichtbanken, also reine Verwertungsinvestoren wie Loane Star und andere Offshore-Firmen, diese Flut von Verwertungen ausgel\u00f6st hat, mit deren Folgen wir jetzt immer mehr konfrontiert sind.<\/p>\n<p>Mit diesen Verk\u00e4ufen kompensieren die Banken vor allem ihre zu geringe Ausstattung mit Eigenkapital, denn wenn die Kredite weg sind (notleidend oder auch ordentlich bedient von den Kunden), reicht das vorhandene Eigenkapital wieder f\u00fcr satte Neugesch\u00e4fte. Dass dabei die Immobilien durch die Aufk\u00e4ufer gnadenlos verwertet bzw. versteigert werden, ist den urspr\u00fcnglichen Darlehensgebern v\u00f6llig egal. Der volkswirtschaftliche und menschliche Schaden aber reicht bis in die n\u00e4chste Generation und ist \u00fcberhaupt nicht zu beziffern.<\/p>\n<p>Hier ist nach wie vor der Gesetzgeber gefragt \u2013 nat\u00fcrlich! Die Bem\u00fchungen der Betroffenen in mitunter redlicher Zusammenarbeit mit den Obergerichten, auch dem BGH, bewirken nicht genug, insbesondere weil die meisten Betoffenen alles, aber auch alles verzweifelt geduldig \u00fcber sich ergehen lassen und nicht daran mitwirken, dass diese fatale Fehlentscheidung des damaligen Schr\u00f6der-Kabinetts letztlich korrigiert wird.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen bei der Ursachenforschung noch ein St\u00fcck weiter zur\u00fcckgehen und die strukturellen M\u00e4ngel anschauen: Zun\u00e4chst nat\u00fcrlich das Geldsystem selbst, wor\u00fcber seit Jahrzehnten viele andere ausf\u00fchrlich und klug nachgedacht haben. Aufgrund des Zinseszinssystems entsteht im Laufe der Jahre eine unermessliche virtuelle Geldmenge, die durch keine realen Werte mehr unterlegt sein kann und ist. Heute betr\u00e4gt dieses \u201cirreale\u201d Geld dem Vernehmen nach weit \u00fcber 90% der gesamten Geldmenge, bedient sich aber immer wieder aufgrund seines immensen Hungers bei der realen Wertsch\u00f6pfung, also salopp gesagt aus der Arbeitsleistung der Menschen, die dann wirtschaftlich im Nirwana des Buchgeldmeeres verschwindet. Aufgrund dieser fundamentalen Schw\u00e4che des Geldsystems selbst bricht dieses in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden zwingend in sich zusammen. Diesen Zeitpunkt haben wir seit der letzten W\u00e4hrungsreform, die unsere Eltern und Gro\u00dfeltern schmerzhaft in Erinnerung haben, eigentlich l\u00e4ngst \u00fcberschritten und die Finanzpolitik tut eigentlich nichts anderes als einen Eiertanz aufzuf\u00fchren mit dem Ziel, diesen finalen Crash doch noch ein wenig hinauszuz\u00f6gern.<\/p>\n<p>Aber nehmen wir einmal an, das Geldsystem w\u00e4re stabil und h\u00e4tte nicht diesen fundamentalen Mangel, der es regelm\u00e4\u00dfig einer W\u00e4hrungsreform mit Neubeginn zuf\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wo also l\u00e4ge dann die zu beseitigende Ursache einer Finanzkrise aufgrund zu vieler notleidender Kredite? Sie liegt in der au\u00dferordentlich mangelhaften Zusammenarbeit der Banken mit ihren Kunden, in der pauschalen Denkweise aller Beteiligten, dem Mangel an Verantwortung, Mitverantwortung, Beratung, und vor allem dem Nichtvorhandensein eines dringend notwendigen Krisenmanagements seitens der Banken f\u00fcr ihre Kunden, um beispielsweise vor\u00fcbergehende Zahlungsprobleme elastisch miteinander zu l\u00f6sen, anstatt den Leuten zu k\u00fcndigen und alles mit Verlust zu verwerten.<\/p>\n<p>Das muss nat\u00fcrlich schon bei der Kreditvergabe anfangen. Wie kann eine Bank nur einem Ehepaar Mitte Drei\u00dfig mit 3 Kindern eine Hausfinanzierung mit 100% Auszahlung und einer Tilgungsrate von lediglich 1% verkaufen? Laufzeit 35 Jahre, Zinsbindung 10 Jahre. Ein redlicher B\u00e4nker m\u00fcsste den Leuten klarmachen, dass nach Ablauf der Zinsbindung das Darlehen auf jeden Fall gek\u00fcndigt und die Immobilie verwertet werden wird, also dass dies ein Darlehen mit eingebauter Zwangsversteigerung ist. Er m\u00fcsste auch sagen, dass eine Umfinanzierung zu einer anderen Bank normalerweise nicht m\u00f6glich sein wird, weil bei Abl\u00f6sefinanzierungen heute im Regelfall maximal 60% vom Verkehrswert finanzierbar ist, und so weiter. Hier in diesen Bereichen liegen die gr\u00f6\u00dften M\u00e4ngel begraben, die es zu beheben gilt, der Forderungsverkauf m\u00fcsste gesetzlich drastisch eingeschr\u00e4nkt werden und nur an andere Banken erlaubt sein, dass diese vermeintlich legale Steuerbetrugsschiene \u00fcber Offshore-Firmen endlich unterbunden wird. Der heute jedenfalls praktizierte wirtschaftliche und menschliche Vampirismus des Geldsystems zu Lasten aller Menschen in diesem Land und weltweit hat ein rasches Ende verdient.<\/p>\n<p>Dies herbeizuf\u00fchren, bedarf der Anstrengung aller, denn der Ausstieg aus dem System ohne einen totalen Zusammenbruch ist kaum vorstellbar aufgrund der globalen Vernetzung. Unsere besten K\u00f6pfe m\u00fcssten ein Umstiegsszenario entwickeln und es m\u00fcsste ein Geldsystem an die Stelle des bisherigen treten, das sich ausschlie\u00dflich an den realen Werten orientiert, wieder zum Diener der Menschen wird und nicht zur Gelddiktatur wie heute, welche allen Menschen letztlich nutzlos Blut und Knochenmark entzieht.<\/p>\n<p>Wenn Sie zu einigen Aspekten berufene Stimmen h\u00f6ren und sehen wollen, gehen Sie bitte links im Men\u00fc auf \u201cYoutube\u201d, da habe ich einige Links dazu versammelt.<\/p>\n<p>Mit den besten W\u00fcnschen<\/p>\n<p>07.06.2010, Euer Admin<\/p>\n<p>PS:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <strong>Und was ist nun unser Anteil an dem Desaster?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben<strong> Ja<\/strong> gesagt! Und fast immer ohne die Vertr\u00e4ge sorgf\u00e4ltig zu lesen, und zu verstehen, und bei unklaren Stellen so lange nachzufragen, bis wir entsprechend ausf\u00fchrlich Auskunft bekamen. Wir haben auch nicht nachgerechnet, wir haben nicht besprochen, was geschieht, wenn es mal \u201cDellen\u201d in unserer wirtschaftlichen Leistungsf\u00e4higkeit gibt, sei es durch Krankheit, Wechsel oder g\u00e4nzlichen Verlust des Arbeitsplatzes etc. Wir haben mit den Darlehensgebern keine Szenarien besprochen und festgelegt, was man tun will, um solche Dellen abzufangen. Wir haben nicht nachgesehen, wie so etwas in der Rechtsprechung diskutiert wird. Gebauchpinselt von unserer angeblichen Bonit\u00e4t und dem gesteigerten Selbstwert, nunmehr Hauseigent\u00fcmer zu werden, haben wir alles au\u00dfer Acht gelassen, was wir beim Erwerb eines Kofferradios selbstverst\u00e4ndlich pr\u00fcfen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Und genauso verhalten wir uns auch noch heute. Ist es etwa nicht so? Irre ich mich? Nein, gewiss nicht, denn der gr\u00f6\u00dfte Teil der Bundesb\u00fcrger ist von einem unersch\u00fctterlichen vorauseilenden Gehorsam beseelt, einer peinlichen Unterwerfung unter eine imagin\u00e4re Obrigkeit, die wir auf die M\u00e4chtigeren projizieren, fast keiner stellt wirksame Antr\u00e4ge bei Gericht, und er wundert und beklagt sich dann, dass das Gericht dadurch gesetzlich gehindert ist, seine Rechte \u00fcberhaupt zu ber\u00fccksichtigen. Fast keiner macht sich hier auch selbst ansatzweise zum Spezialisten, indem er zumindest mal das Zwangsversteigerungsgesetz liest. Wie soll der gnadenlose Ausverkauf unseres Volkes denn gestoppt werden, wenn wir uns allesamt willig zur Schlachtbank f\u00fchren lassen? Wir laden das System ja f\u00f6rmlich dazu ein, uns unsere K\u00f6pfe abzuschlagen. Also sollten wir uns auch nicht beklagen, bejammern und irgendwo da drau\u00dfen die Schuldigen suchen, die wir anhassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wenn alle Betroffenen aufstehen w\u00fcrden und kompetent mitwirken w\u00fcrden, k\u00f6nnte das System nicht mehr so weiter funktionieren und die Beteiligten, Gl\u00e4ubiger wie Schuldner und die Gerichte w\u00e4ren faktisch gezwungen, nun ja zumindest ermuntert dazu, andere und bessere Wege zu entwickeln und zu beschreiten.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr arbeiten wir hier beim BZVI e.V., nicht polarisierend, nicht mit Feindbildern, so sehr sie mitunter auch berechtigt w\u00e4ren, sondern in dem Bem\u00fchen, Situationen zu schaffen, in denen alternative Wege f\u00fcr die Gl\u00e4ubiger wirtschaftlich letztlich viel attraktiver sind als die Zwangsversteigerung und wirtschaftliche Totalvernichtung ganzer Familien.<\/p>\n<p><em><strong>\u201cWir sind der Stein des Ansto\u00dfes\u201d <\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oder sind wir doch blo\u00df die Opfer? 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